28.08.2006 Radio Frequency Identification (RFID) auf dem Vormarsch


Radio Frequency Identification (RFID)Radio Frequency Identification (RFID) ermöglicht eine automatische Identifikation und Lokalisierung von Objekten. Die Entwicklung, die in den vergangenen Jahrzehnten langsam aber stetig weiterentwickelt wurde ist inzwischen so ausgereift, dass sich ein Einsatz, auch in sehr großen Dimensionen, lohnt.

Ein RFID-System umfasst Transponder, Lesegeräte und Integration mit Servern, Diensten und sonstigen Systemen wie z. B. Kassensystemen oder Warenwirtschaftssystemen. Transponder an oder in Objekten speichern Daten, die berührungslos und ohne Sichtkontakt gelesen werden können - je nach Ausführung (passiv/aktiv), benutztem Frequenzband, Sendeleistung und Umwelteinflüssen auf Entfernungen zwischen wenigen Zentimetern und mehr als einem Kilometer. Die Datenübertragung zwischen Transponder und Lesegerät findet mittels elektromagnetischer Wellen statt.

Wachstum
Im Jahr 2005 wurden weltweit 600 Millionen RFID-Tags verkauft. Für das Jahr 2006 erwartet man einen weltweiten Absatz von 1,3 Millarden RFID-Tags.

Einsatzgebiete
Der RFID-Markt wird derzeit von den Vorgaben großer Einzelhandelsketten sowie des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums vorangetrieben, um Unternehmensübergreifende und interne Prozessketten zu optimieren. Potenziell ist der Einsatz der RFID-Technik nahezu unbegrenzt denkbar, sodass die folgende Aufzählung nur einige, wichtige Gebiete umfassen kann.

Identifikation von Banknoten: Nach unbestätigten Meldungen erwägt die EZB, RFID-Chips auf Geldscheinen anzubringen. Ziel ist hierbei ein erhöhter Schutz vor Fälschungen.

Tieridentifikation: Seit den 1970er Jahren kommen RFID-Transponder auch bei Tieren zum Einsatz. Neben der Kennzeichnung von Nutztieren mit Halsbändern, Ohrmarken und Boli werden Implantate insbesondere bei Haustieren (EU-Heimtierausweis, ISO 11784 und 11785) verwendet.

Automobile Wegfahrsperre: Als Bestandteil des Fahrzeug-Schlüssels bilden Transponder das Rückgrat der elektronischen Wegfahrsperren. Der Transponder wird dabei im eingesteckten Zustand über eine Zündschloss-Lesespule ausgelesen und stellt mit seinem abgespeicherten Code das eigentliche Schlüssel-Element des Fahrzeug-Schlüssels dar. Für diesen Zweck werden üblicherweise Crypto-Transponder eingesetzt.

Kontaktlose Chipkarten: In Asien weit verbreitet, aber auch in London eingesetzt (Oyster-card) sind berührungslose, wiederaufladbare Fahrkarten. Bei der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland kam die RFID Technik in den Eintrittskarten zum Einsatz. Ziel ist es, den Ticketschwarzhandel durch Bindung der Karte an den Käufer zu reduzieren. Beim VfL Wolfsburg kommt diese Technologie bereits bei Bundesliga-Spielen zum Einsatz.

Waren- und Bestandsmanagement: In Bibliotheken jeder Größe und Typs wird RFID zur Medienverbuchung und Sicherung verwendet. Prominente Installationen sind die Münchner Stadtbibliothek, die Wiener Hauptbücherei, die Stadtbücherei Stuttgart und die Hauptbibliothek der Technischen Universität Graz und der Universität Karlsruhe. Die RFID-Lesegeräte sind in der Lage, spezielle RFID-Transponder stapelweise und berührungslos zu lesen. Dieses Leistungsmerkmal bezeichnet man mit Pulklesung. Das bedeutet bei der Entleihe und Rückgabe, dass die Medien nicht einzeln aufgelegt und gescannt werden müssen. Eigens entwickelte RFID-Rückgabeautomaten ermöglichen eine Rückgabe außerhalb der Öffnungszeiten. An den Türen und Aufgängen befinden sich Lesegeräte, die wie Sicherheitsschranken in den Kaufhäusern aussehen. Sie kontrollieren die korrekte Entleihe. Mit speziellen RFID-Lesegeräten wird die Inventarisierung des Bestandes und das Auffinden vermisster Medien spürbar einfacher und schneller.

Positionsidentifikation: Im industriellen Einsatz sind fahrerlose Transportsysteme (AGV), bei der die Position mit Hilfe von im Boden eingebauten Transpondern bestimmt wird.

Zeiterfassung: Transponder dienen am Schuh eines Läufers oder Rahmen eines Rennrades als digitale Startnummer in Sportwettkämpfen.

Quelle: Wikipedia